Emy aufm MELT!
Am Samstag hat es sich kurzfristig ergeben, dass mir die Tore zum MELT!-Festival doch noch geöffnet wurden. Und da spazierte ich dann pünktlich zu The Whitest Boy Alive hindurch. Ich muss sagen, dass mir die Stimmung beim Konzert der eben genannten Band im letzten Jahr auf jeden Fall besser gefallen hat. Damals – um jetzt auch mal in Oldie-Nostalgie zu verfallen – haben sie im MELT! Club gespielt. Und das Ganze war irgendwie familiärer und treibender, als es in diesem Jahr auf der Main Stage rüberkam. Nichtsdestotrotz war der Auftritt gut, aber ich habe auch noch nie etwas anderes über The Whitest Boy Alive-Konzerte gehört.

Es ging für mich dann weiter mit Phoenix, denn zwischendurch musste ich ja etwas arbeiten. Phoenix klangen wie auf Platte, was ja nicht unbedingt schlecht ist. Man tanzte, sang mit und freute sich. Dass die keine Musik zum Ausrasten machen, hat man ja vorher schon gewusst. Es war ein schönes Konzert, aber ich habe auch mit keinen Überraschungen an diesem Tag gerechnet.
Bloc Party haben ebenfalls für keine Aha-Effekte gesorgt, denn auch hier bekam man genau das, was man erwartet hat. Bei den Songs kann man ja auch nicht viel falsch machen. Selbst wenn deren Musik vom Band gekommen wäre: Mich hätte es nicht gestört, denn ich war auf Tanzen und Mitsingen programmiert. Was mich gestört hat, waren die ganzen Pärchen neben, hinter, vor, unter und über mir. Die haben die Ansage des Sängers, seinen Partner zu küssen, sehr ernst genommen. Und so kam es, dass der Song zwar ein Ende hatte, die Triebe jedoch nicht. Hier und da rastete man zwar aus und tanzte wie wild. Jedoch gab es viele „Steine“ im Publikum, was mich persönlich ja immer zur Verzweiflung bringt. Die Kombination „Steine“ und sich aneinander reibende Pärchen ruft den Würgereflex in mir hervor.
Am Sonntag habe ich mir dann Oasis angeguckt und keine andere Band, denn zwischendurch musste ich ja wieder nach Berlin und hin und her. Aber für Oasis – mann! – da wär ich sogar hingelaufen. Die wollte ich schon immer mal live sehen, egal wie sehr über die arrogantesten Rotzlöffel überhaupt gemeckert wird. Hey, das sind Oasis! Die dürfen sich scheiße benehmen! Ich bin ab der ersten Sekunde rumgesprungen wie ein Kind im Hasenkostüm und habe mich unglaublich gefreut. Ich war glücklich. Mich hat es nicht interessiert, dass Liam mehr arrogant als anwesend war und sein Bruder brav das Publikum mitsingen ließ - und dafür selbst aussetzte. Ich war den Tränen nahe. Ohne Scheiß! Da kenn ich nichts! Es kommt des öfteren mal vor, dass ich die Taschentücher rausholen muss, wenn alle mitsingen oder ich sehe, wie Musik Menschen bewegt.
Wo wir wieder beim Gegenteil wären: Denn wenn Menschen im Publikum rumstehen, die ganze Zeit keine Miene verziehen und bei „Wonderwall“ dann mal anfangen zu nicken, dann bricht es mir das Herz.
So, genug Gefühlsduselei. Ich bin etwas sauer, dass ich den Freitag verpasst habe. Abschließend kann ich sagen: Die Shows, die ich gesehen habe, waren berechenbar. Und das ist auch irgendwie gut. So kann man nicht enttäuscht werden: Man bekommt was man erwartet. Nicht mehr und nicht weniger. Natürlich wäre mehr schöner gewesen, um das Ganze in ein unvergessliches Licht zu rücken.
Aber ich habe Oasis gesehen … Jetzt noch die Strokes und ich wäre fertig mit meiner Liste!










Was sagst du zum Thema?